Norbert Fuchs, Bezirksbürgermeister des Stadtbezirks Köln-Mülheim
Start der Unterschriften-Aktion zum Erhalt der Höhenhauser Sparkassenfiliale am 01.02.2024 - innerhalb von 24 Tagen über 2.000 protestierende und appellierende Unterschriften

Ich verstehe den Unmut der Bürger*innen und Kund*innen zu den vom Verwaltungsrat der Sparkasse Köln/Bonn beschlossenen Schließungen der Filialen in Dünnwald und Höhenhaus. Auch wenn die Banken und Sparkassen eine stark rückläufige Besucherfrequenz in ihren Filialen zu verzeichnen haben, sieht die Mehrheit der Bevölkerung in ihrer Stammfiliale weiterhin einen festen Bestandteil ihrer Bankbeziehung. Gerade die Sparkassen haben hier eine besondere soziale Verpflichtung gegenüber den Bürger*innen. Die kontinuierliche Ausdünnung des Filialnetzes darf nicht zu deren Lasten gehen. Die Self-Service-Aktivitäten (Ein- und Auszahlungen am Geldautomaten, Aktivitäten am Kontoauszugsdrucker und Überweisungsterminal) stehen für die Kund*innen bei ihren Filialbesuchen eindeutig an erster Stelle. Daher müssen auch in Dünnwald und Höhenhaus weiterhin diese Basisdienste vorgehalten werden.  Hier reicht ein Bus, der zwei Mal die Woche für 2 Stunden an evtl. wechselnden Standorten Halt macht, meines Erachtens nicht aus. Für weniger mobile Kund*innen, Menschen mit Beeinträchtigungen und ältere Menschen, die den Bargeld-Bring-service in Anspruch nehmen wollen/müssen, sollte der Dienst kostenlos sein. Im Sinne aller erwarte ich, dass die Verantwortlichen die Transformation der Filialformate gut durchdenken und keine „ad-hoc“ Maßnahmen durchführen. Es versteht sich von selber, dass die Bürger*innen/Kund*innen adäquat über alle Schritte ausführlich und rechtzeitig informiert werden müssen.

Karl-Heinz Pasch, Sprecher der Seniorenvertretung Köln-Innenstadt

„Wieder einmal negiert die Kölner Politik die Interessen der älteren Generation. Sparkassenfilialschließungen werden einfach durchgewunken in Geheimsitzungen mit dem Vorstand beschlossen und dann die Kunden einfach vor vollendete Tatsachen gestellt. Wer erinnert den Vorstand dieses kommunalen Unternehmens daran, wer das Unternehmen vor einigen Jahren vor dem wirtschaftlichen Aus gerettet hat: die Bürger der Stadt Köln. Und jetzt: nicht nur, dass die in Zeiten der O-Zins-Politik eingeführten zusätzlichen Verwaltungskosten nicht zurückgenommen werden, nein die Kundentreue wird bestraft, in dem man sich immer weiter von den Kunden entfernt und auf digitale Bankbeziehungen setzt. Von kommunaler Verantwortung einer kommunalen Bank keine Spur. Liebe Kölner Politiker weiter so, die Folgen müssen wir leider alle tragen.“

Carolin Kirsch, SPD-NRW-Landtagsabgeordnete, direkt gewählt im Wahlkreis Köln-Mülheim

Mein Wahlkreis ist stark betroffen durch diese Entscheidung.  Bei allem Verständnis für den Fachkräftemangel und die zunehmende Nutzung von Online-Banking werden ohnehin schon benachteiligte Stadtteile gerade zulasten der älteren Bevölkerung auch in diesem Bereich schlechter versorgt. Ein Bus, der wenige Stunden in der Woche vor Ort ist, ersetzt keine Filiale für die täglichen Bankgeschäfte. Diese Entscheidung hat zudem Auswirkungen auf die sonstige Infrastruktur rund um die bisherigen Filialen.

Franz Philippi, Ratsmitglied der Stadt Köln, direkt gewählt im Wahlkreis Höhenhaus-Dünnwald

Die Schließung darf nicht dazu führen, dass Sparkassenkunden jetzt in Dünnwald und Höhenhaus noch nicht mal Geld vor Ort abheben können. Für Menschen, die nicht so mobil sind, wäre dies eine erhebliche Verschlechterung. Ich erwarte, dass die Sparkasse ihrer Verantwortung gerecht wird, und ich werde mich aktiv dafür einsetzen, dass die Sparkasse neben einem Bus zumindest einen guten SB-Service vor Ort bereithält.

Berit Kranz, gewählte SPD-Bezirksvertreterin für die Stadtteile Dünnwald und Höhenhaus im Stadtbezirk 9 (Mülheim)

Die Sparkasse trägt eine soziale Verantwortung, der sie durch flächendeckende Schließungen nicht mehr gerecht wird. Es ist ein Schlag ins Gesicht derer, die seit Jahrzehnten der Sparkasse treu geblieben sind – trotz vieler Fehlentscheidungen von oben und Einschränkungen im Service. Dies betrifft vor allem die älteren Generationen, die gerade auf den persönlichen Kontakt mit den Sparkassenmitarbeiter*innen angewiesen sind. Sollten die Filialen in den Veedeln wirklich dicht machen, stellt sich die Frage, warum Bürger*innen überhaupt noch bei der Sparkasse bleiben und nicht zu den Instituten wechseln sollten, die weiterhin für sie vor Ort da sind. Die Sparkasse – als Teil der sozialen Infrastruktur – sollte sich auf ihre eigentlichen Zielgruppen, Aufgaben und Zwecke konzentrieren. Sie sollte im Vorfeld mit den Kund*innen ins Gespräch kommen, um gemeinsam an Kompromisslösungen zu arbeiten und nicht an ihren Bedarfen vorbei zu bestimmen. Als Bezirksverteterin im Bezirk Mülheim (für Dünnwald und Höhenhaus) warne ich eindringlich vor den Schließungen der Filialen und fordere sozialverträgliche Lösungen! 

Volker Scherzberg, Sprecher der Kölner Seniorenvertretung (für das ganz Kölner Stadtgebiet)

„Die Seniorenvertretung Köln (SVK) hat wiederholt in Gesprächen mit der Sparkasse KölnBonn (auch dem Vorstand) die geplanten Schließungen kritisiert. Sie wies darauf hin, dass besonders der älteren Bevölkerung und solchen Mitbürgerinnen und Mitbürgern massive Beeinträchtigungen drohen, die auf individuelle Beratung angewiesen sind und / oder keinen Zugang zum Internet haben bzw. damit nicht zurechtkommen. Hier rächt sich, dass im wichtigsten Entscheidungsgremium, dem Sparkassen-Verwaltungsrat, keine „Basis-Kunden“ vertreten sind, insbesondere keine Vertreter der älteren Bevölkerung. Vorstand und Verwaltungsrat scheinen sich aus meiner Sicht ausschließlich an geschäftlichen und nicht an menschlichen Gesichtspunkten zu orientieren. Als Sprecher der SVK ist mir daran gelegen, für die ältere Generation das Bestmögliche zu erreichen. Wir werden daher weiterhin mit der Vorstands- und Arbeitsebene der Sparkasse KölnBonn im Gespräch bleiben.“

Dr. Christiane Köhler, gewählte Seniorenvertreterin der Stadt Köln und Sachkundige Einwohnerin im Ausschuss für Soziales und Senioren der Stadt Köln

Aufgrund der Initiative der Seniorenvertretung Köln, vertreten durch mich, stand das Thema „Filialnetz-Schließung schon seit August 2023 auf der Tagesordnung des Ausschusses für Soziales und Senioren. Bei den dort vertretenen Fraktionen stieß unser Antrag „Keine weitere Schließung von Filialen“ leider auf Eiseskälte und Ablehnung. Die Verfahrensweise im Sozialausschuss am 18. Januar 2024 – geheim, geheim, geheim – ist ein Lehrstück für fehlende Demokratie und sucht ihres Gleichen in der Stadtgeschichte. Die Präsentation der Sparkasse KölnBonn wurde erst im „Sessionnet“ veröffentlicht, dann aber wieder zurückgezogen. Jedes Ausschussmitglied musste die Nicht-Weitergabe persönlich unterschreiben. Kurzfristig wurde der Tagesordnungspunkt „Sparkasse“ mit Herrn Ulrich Voigt zum Nicht-öffentlichen Tagesordnungspunkt erklärt. Bei Besuchern und bei interessierten Senioren*innen, die eine solche Sitzung erstmalig im Livestream verfolgen wollten, löste dieses Vorgehen erheblichen Verdruss aus. Die anwesende Öffentlichkeit musste ca. 90 Minuten vor der Tür des Sitzungssaales warten. Am 01. Februar 2024 wurde dann den Medien die Schließung von 22 Sparkassenfilialen verkündet. Von „Schließung“ darf allerdings nicht mehr gesprochen werden, nur von „Umwandlung“. Aus seniorenpolitischer Sicht hat jeder ältere Mensch das Recht, sich souverän zu behaupten, und Anspruch auf eine analoge Behandlung bei Bankgeschäften, wie am 18.01. im Sozialausschuß dargelegt.